
autor: christoph hardebusch
verlag: wilhelm heyne verlag, münchen
© 2006 christoph hardebusch
die trolle ist das erstlingswerk von christoph hardebusch, einem noch jungen schreiber aus meiner heimatstadt. das ist der hauptgrund, dass ich das buch überhaupt gelesen habe, aber ich bin belehrt worden, dass auch ein erstlingswerk sehr gut sein kann.
erst einmal den klappentext:
sie denken, sie kennen alle völker der fantasy? sie haben mit den orks schlachten geschlagen, sind mit den zwergen durch unterirdische gänge geschlichen, haben mit den elfen dämonen besiegt. doch tief in der dunkelheit lauert noch etwas: wesen, die der albtraum zahlloser legenden sind, deren name nur geflüstert werden darf…
dies ist die geschichte der schlagkräftigsten, hässlichsten und geheimnisvollsten geschöpfe der fantasy und zugleich das größte abenteuer aller zeiten – denn dunkle mächte planen, die welt zu unterwerfen. und während menschen und elfen die vorboten des drohenden unheils nicht erkennen, ist es dem trollkrieger druan und seinen kumpanen bestimmt, sich dem bösen entgegenzustellen.
hmmm. der klappentext ist mies. erstens hasse ich jetzt schon “die fantasy”. das klingt genau so scheiße, wie es aussieht. erinnert mich an die fantasy, die so schön hat gekribbelt in meine bauchnabel…
zweitens verheißt der buchrücken, dass da noch zig bücher in dieser serie rauskommen könnten. die dryaden, die nymphen, die gnome, die goblins, die zyklopen, usw. das mag ich nicht. wenn eine serie einige gute bücher hervorgebracht hat, sollte man diese serie auch irgendwann ruhen lassen und sie nicht so ausschlachten, dass sie am ende nicht mehr schön wirkt.
das buch ist innen dann allerdings hervorragend aufgemacht. sowohl dramatis personae, als auch zwei stimmungsvolle karten stechen hervor. die story selbst wirkt zu anfang eher belanglos und einfach. aber immer mehr verdichtet sie sich und gegen ende der story hin gelingen dem autor einige überraschende wendungen. klasse.
in dem buch geht es in erster linie um einige menschen, was bei dem titel eher verwundert. sten cal dabran, einer dieser menschen, lernt die trolle kennen und reist einige zeit mit diesen. in dieser zeit wird erst deutlich, wie anders die trolle sind. dies ist auch die intention des autors: die trolle aus der sicht der menschen darzustellen, um sie dadurch noch geheimnisvoller zu machen. man hat nicht mal das gefühl, dass die trolle einfach nur merkwürdige menschen sind, sondern sie wirken wirklich wie ein anderes volk. auch das finde ich sehr gut gelungen.
das sten mit den trollen noch etwas mehr erlebt, ist klar, aber hier soll ja nicht zu viel verraten werden. alles in allem, kann ich das buch durchaus empfehlen. ist ein netter zeitvertreib. nichts atemberaubendes, nichts solides, aber trotzdem gut und eine willkommene abwechslung.