Rezi „Asphalt“ von Axel Hollmann

„Wenn man Raubtieren gegenüberstand, war das Wichtigste, keine Schwäche zu zeigen. Wer Schwäche zeigt, ist Beute. Und Beute wird gefressen.“

Der Klappentext:
Julia Wagner ist eine echt toughe Frau. Ihren Job als Kommissarin beim Berliner LKA hat sie kurzerhand wegen einer dummen Affäre mit Frank, einem verheirateten Kollegen, geschmissen. Seitdem schlägt sich die 29-jährige als Sensationsreporterin für eine Boulevardzeitung durch. Als Frank unvermittelt wieder auftaucht, ahnt Julia schon, dass das Ärger bedeutet. Und tatsächlich, bald hat sie eine Motorradgang und die Polizei auf dem Hals.

Der Autor:
Axel Hollmann, geboren 1968 in Berlin, wo er noch heute lebt. Ich „kenne“ ihn bisher als Podcaster von den SchreibDilettanten. Dort verbereiten er und Marcus Johanus Tipps für angehende Autoren. Ein Podcast, den ich jede Woche gerne höre und der auch bei mir dazu geführt hat, dass ich mich wieder mit einem eigenen Roman beschäftige. Asphalt ist sein Debütroman.
Homepage: http://www.axelhollmann.com/

Das Buch selbst war nicht schlecht, aber auch nicht bahnbrechend. Ich weiß nicht, vielleicht hatte ich mehr erwartet, aber so richtig rund kam es mir insgesamt nicht vor. Jetzt muss ich aber dazu erwähnen, dass dies auch nicht grade mein bevorzugtes Genre ist und ich nicht grade viele Bücher aus dem Bereich kenne. Aber dröseln wir das ganze doch etwas auf:

Die Charaktere:
Die Charaktere haben mir sehr gut gefallen. Die wichtigsten Charaktere werden wirklich toll beschrieben, so dass ich sie mir sehr gut vorstellen kann oder mich hinein versetzen kann. Sie handeln glaubwürdig, was manchmal dadurch leider etwas vorhersehbar wird.

Der Plot:
Ist nicht zu kompliziert, aber auch nicht todlangweilig. Ein gutes Mitteldingen. Kein Pageturner, aber eben auch kein Buch, dass man nur mit Kaffee ertragen kann. In Schulnoten würde ich dem Plot wahrscheinlich ein gut- geben.

Der Schreibstil:
Ah, da bin ich am ehesten angeeckt. Ich bin einfach kein Fan der Ich-Perspektive und muss mich durch solche Bücher immer wieder etwas quälen. Das ist für mich einfach nicht flüssig genug, vor allem, wenn der Stil sehr konsequent durchgezogen wird. Gerade dieser Lesefluss wurde in dem Buch immer wieder durch viel zu kurze Sätze gestört. Die beiden haben schon mal vor zu langen Sätzen mit vielen Wendungen etc. abgeraten, aber mich stört das beim Lesen, wenn der Aufbau stakkatoartig rüber kommt.
Und was ich gar nicht mag, sind Markennamen in einem Buch. Mich interessiert es einfach nicht, ob Julia mit einer Canon, Nikon oder Sony fotografiert. Ich weiß auch nicht so genau warum, aber ich hasse einfach solche Szenen. Die prägen sich mir ein und vermiesen mir einfach einen Teil des Lesespaßes.

Action:
Super. Jede Menge Action, da hat mir nichts gefehlt. Von Verfolgungsjagden, brennenden Häusern oder Kämpfen. Von allem bietet das Buch etwas.

Fazit:
Das Buch liest sich schnell und die 4 Euro sind gut angelegtes Geld. Vor allem, wenn man das Hardboild-Genre mag, glaube ich, dass das Buch ein guter Tipp ist. Mir selbst hat es nicht immer gut gefallen, aber ich glaube, dass ich es trotzdem empfehlen würde, da die Punkte, die mich störten, sehr eigen sind. Das einzige, was vielleicht zu bemängeln wäre, ist die Vorhersehbarkeit. Die ganz großen Überraschungen bleiben aus, aber das trübt den Spaß nicht sehr.
Ich kann das Buch jedem Krimi-Fan guten Gewissens empfehlen und bin sehr auf das zweite Buch gespannt.

Nachtrag:
Hier kann man eine sehr lange Leseprobe des Buches herunter laden und so vorab sehen, ob einem der Stil gefällt. Auch weitere kurze Stimmen zu dem Buch sind dort zu finden.

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