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RPG-Blog-O-Quest #023: Spielleiter & Co

Da ich schon lange nichts mehr hier geschrieben habe, aber gerne mal wieder was schreiben würde, habe ich mich entschieden, bei diesem RPG-Blog-O-Quest mitzumachen.

Die Fragen stammen in diesem Monat von jaegers.net. Sie drehen sich um das Thema Spielleiten. Mehr erfahrt ihr, wenn ihr auf den Link klickt.

 

Der originale Fragenkatalog:

  1. Am liebsten spiele ich Rollenspiele __(“räumliche” Lokation)__, denn dort ______.
  2. Ich bin _____ Spielleiter(in)da _____, aber _____.
  3. Als Spieler(in) bin ich _____, denn _____.
  4. Meister, Gamemaster (GM), Spielleiter(in) oder Spielleitung (SL) – die Bezeichnung ist mir _____, jedoch _____.
  5. Wie bereitest du dich auf eine Spielrunde (als Spielleiter(in) und/oder als Spieler(in)) vor?

Und weil wir mitten in der Convention Saison stecken noch die traditionelle Bonusfrage: Auf einer Rollenspiel Convention spiele ich _____, weil _____.

 

Mein Antworten

1. Am liebsten spiele ich Rollenspiele an einem normal hohen Tisch, denn dort haben wir genügend Platz für Bücher, Zettel, Würfel, Battlemap, Knabberkram etc. Meist ist das auf Couchtischen schon nicht mehr so leicht und wenn es zu gemütlich wird, pennt der eine oder andere Berufstätige zwischendurch weg. Dafür habe ich mindestens zwei Kandidaten im näheren Bekanntenkreis.

2. Ich bin gerne Spielleiter, da ich gerne die Story von dieser Seite des Tisches sehe und gerne Einfluss nehme, aber ich bin nicht gut darin, ganz neue Rollenspiele zu leiten. Mir fällt es schwer, meine Begeisterung rüber zu bringen und daher leite ich meist eher mainstreamige Sachen.

3. Als Spieler bin ich glücklich, wenn ich Einfluss auf die Geschichte habe oder eine spannende Geschichte erlebe (darf auch ruhig railroadiger sein), denn ich finde nichts schlimmer, als wenn die Taten der Spieler gar keine Konsequenzen haben. Helden sollten irgendwann erkannt werden und Schurken sollten irgendwann gefürchtet werden. Ich finde es klasse, wenn Charaktere später noch mal als erzählte Geschichte innerhalb der nächsten Abenteuer auftauchen.

4. Meister, Gamemaster (GM), Spielleiter oder Spielleitung (SL) – die Bezeichnung ist mir vollkommen egal, jedoch sagt bei uns kaum jemand GM. Meist wird SL oder Meister gesagt. Ist mir aber wirklich wumpe.

5. Wie bereitest du dich auf eine Spielrunde (als Spielleiter(in) und/oder als Spieler(in)) vor?

Ganz unterschiedlich. Manchmal bin ich richtig gut vorbereitet, manchmal nur wenig. So richtig groß ist der Unterschied im Spielspaß rückblickend eher nicht. Ich selbst fühle mich vorbereitet wohler, aber oft fehlt mir die nötige Zeit.

Als Spieler bereite ich mich selten vor. Normalerweise kann ich die wichtigen Regeln und die Regeln, die nur meinen Charakter betreffen ganz gut. Wenn ich der Schreiber in der Gruppe bin, habe ich meist auch die Geschichte noch richtig gut vor Augen, aber Schreiber ist nicht grade mein Lieblingsjob, weil mich das Schreiben viel zu sehr ablenkt.

Und weil wir mitten in der Convention Saison stecken noch die traditionelle Bonusfrage: Auf einer Rollenspiel Convention spiele ich gerne Systeme, die ich noch nicht kenne, weil ich Spaß daran habe Mechanismen und neue Settings kennen zu lernen.

Ein Blogstöckchen 2.0 kam vorbei…

Ich wollte endlich mal wieder was schreiben, aber so richtig ist mir grade keine Idee angenehm. Entweder viel zu viel oder viel zu wenig. Als ich heute mittag im RSS-Reader dieses Blogstöckchen sah, dachte ich mir, dass dies genau das richtige für den Moment ist.

Danke „Aus den Schatten„, dass ich dieses Stöckchen einfach zwischendurch mal kurz kapern konnte.

1. Warum bist du Rollenspieler und was fasziniert dich daran?
Als ich anfing, ging es eher darum auch das zu spielen, was die älteren spielten. Mittlerweile ist es einfach ein Hobby geworden, das ich vor allem wegen der Mitspieler liebe. Ich sehe wöchentlich ganz viele Menschen, die mir im Laufe der Jahre sehr ans Herz gewachsen sind. Aber das ist sicherlich nicht der einzige Grund, warum ich rollenspiele. Mir geht es nicht so sehr um neue Welten, sondern vor allem um neue Geschichten. Sicherlich hat man ganz viele Geschichten schon gehört, aber trotzdem sind immer mal wieder absolute Perlen in den Runden, an die ich noch ziemlich lange denken muss.
Vor kurzem habe ich durch meinen Ordner mit alten Charakteren geschaut und ich bin wirklich überrascht, an wie viele Geschichten oder Szenen aus Geschichten man sich noch erinnern kann.

2. Wie viel Zeit hast du schon mit deinem ältesten Rollenspielcharakter verbracht und was ist es für einer?
Mein Charakter, den ich am längsten gespielt habe, dürfte Sebastian Gardel sein. Sebastian Gardel war ein Vampir, der in Münster (oder Köln??) startete und ziemlich schnell nach Minsk umzog. Unsere Minsk-Runde war eine wundervolle Runde, die sich anfangs lange Jahre Mittwochs traf, wobei es mir heutzutage ein Rätsel ist, wie ich das geschafft habe, da wir häufig ziemlich lang gespielt haben.
Sebastian war ein Setit und eben auch mein erster Charakter, den ich nicht komplett selbst erstellt habe, sondern der mir mehr oder minder zugewiesen wurde. Anfangs war ich davon wenig überzeugt, aber mit der Zeit hat mir der Charakter verdammt viel Spaß gemacht und er hat einige geile Geschichten in Minsk erlebt.
Irgendwann hat sich die Gruppe ziemlich aufgebläht und ist aus meiner Sicht ein bisschen unschön zu Ende gegangen.

3. Muss es in einem Abenteuer mindestens einen Kampf geben oder kann es auch gewaltfreie Lösungen geben?
Kommt auf Runde und Gruppe an. Ich habe schon viele tolle Abends ganz ohne Kämpfe verbracht, aber in unserer Dienstags-Runde würde ich immer einen Kampf als SL mit einbauen, da dieser dienstags einfach dazu gehört. Prinzipiell brauche ich nicht unbedingt Kämpfe, aber wenn einer dabei ist, bin ich nicht unglücklich. Wobei ich oft etwas genervt bin, wenn irgendwer auch nach Jahren selbst einfach Regeln noch nicht im Kopf hat und das kommt meist bei Kämpfen zum Vorschein.

4. Im Rollenspiel tauchen oft ungewöhnliche Namen auf. Einigt ihr euch am Tisch auf die Aussprache oder wie kommt ihr auf die Lösung (z.B. das ‚y‘ statt ‚i‘ oder Dopplungen die im Deutschen nicht vorkommen, wie das ‚ii‘)?
Habe ich noch nie drüber nachgedacht. Meistens setzt sich irgendeine Variante durch, die gut aussprechbar ist.

5. Machst du dir während dem Rollenspiel Notizen oder kannst du dir alles merken?
Ich mag es, mit guten Notizen aufzuwarten, bin aber meist zu faul, viel aufzuschreiben. Oft nehme ich mir nach der Runde noch ein paar Minuten, die letzte Sitzung zu notieren.

6. Wie ist das in deiner Runde, seid ihr mehr Frauen/Männer oder ist es ausgeglichen?
Ganz unterschiedlich. Unsere Dienstagsrunde besteht mittlerweile nur noch aus Männern, freitags oder am Wochenende sieht die Verteilung oft anders aus, wobei schon ein kleines Übergewicht bei männlichen Mitspielern besteht.

7. Gibt es einen festen Spielleiter oder wechselt ihr euch ab?
Wir wechseln. Und ich bin da echt froh drüber. Mehr als ein gutes halbes Jahr leiten erschöpft mich schon.

8. Wie koordiniert deine Runde die nächsten Spieltermine?
Wir haben feste Termine für die meisten Runden (Freitags und dienstags abends) alle weiteren Runden ergeben sich per Doodle oder in der Facebook-Gruppe.

9. Manche Runden streamen ihre Sitzungen. Schaust du dir solche Videos an und könntest du dir vorstellen so etwas mit deiner Runde mal auszuprobieren?
Finde ich total langweilig, dann kann ich ja doch wieder das Buch lesen. Selbst Audiostreams finde ich langweilig und schalte ich sofort ab, auch wenn ich wirklich gerne Podcasts höre.

10. Der Herbst steht vor der Türe, wie vertreibst du deine Zeit, wenn es draußen stürmt und regnet?
Mit Freunden. Beim Spielen, Rollenspielen oder Sport. Zu Hause eher alleine mit nem Buch oder vor dem PC.

11. Im Supermarkt stapelt sich schon das Weihnachtsgebäck. Was muss dieses Jahr unbedingt unterm Baum liegen?
Ich habe ne verdammt lange Wunschliste und freue mich über fast alles, daher kann ich gar nicht eine einzelne Sache hervor heben.

12. Wie viele Spieler braucht für dich eine ideale Runde?
Ich sage mal so drei oder vier. Mehr gehen, aber besser wird es dadurch für mich nicht. Andrerseits ist es bei fünf Spielern nicht schlimm, wenn einer mal ausfällt.

13. Wie lange darf eine P&P-Session gehen?
Gerne mal sechs oder sieben Stunden, aber mittlerweile werde ich zu alt für Runden die bis nach zwei Uhr laufen…

14. Spielercharakter mit Hintergrund und Tiefgang, oder einfach nur einen eindimensionalen Charakter?
Ich denke, dass ein Charakter mit wenig Hintergrund nicht zwangsläufig eindimensional ist. Vieles ergibt sich dann während der Zeit am Spieltisch. Mir gefällt da FATE. Einfach bei der Charaktererschaffung schon mal eine kurze prägnante Geschichte aus der Vergangenheit bauen und schon mal ein oder zwei Namen festlegen, der Rest ergibt sich mit der Zeit. Ich halte nur insgesamt wenig von Charakterhintergründen, die länger als ne halbe Din A4-Seite sind.

15. Können Karten statt Würfel im Rollenspiel funktionieren?
Ja. Funktioniert hervorragend. Haben recht viele Rollenspieler auch schon mit Erfolg getestet, aber so ganz für alle Zeit auf Würfel verzichten möchte ich doch nicht.

16. Spielt für dich der Metaplot eines Settings eine Rolle?
Nein. Ich spiele seit Jahren keine Settings mehr, in denen viel Wert auf Metaplot gelegt wird. Das hat sich einfach so mit der Zeit ergeben. Selbst Shadowrun ist jetzt nicht grade metaplotlastig.

17. Mit welchen Persönlichkeiten (real oder fiktiv) würdest du gerne mal eine Runde spielen?
Richard Castle, Bradon Sanderson und einigen mehr…

[RPG-Blog-O-Quest] #004 Januar ’16 – Rückblick auf 2015

rpg-blog-o-quest_logo3Schon seit diese RPG-Blog-O-Quests aufgetaucht sind, wollte ich da endlich mitmachen, aber nur der Wunsch reicht nicht. Daher will ich hier endlich mal den Anfang machen. Vielleicht beantworte ich beizeiten auch mal noch ältere Ausgaben. Diesen Monat hat Greifenklaue den Text veröffentlicht, in den ich nun meine Antworten schreibe. Ich finde die Idee super. Vielleicht komme ich ja überhaupt mal wieder mehr zum Bloggen dadurch…

1. Eine Runde, die mir von 2015 im Gedächnis bleiben wird, war unsere Malmsturm-Runde, die nur sporadisch gespielt wurde, aber verdammt viel Spaß gemacht hat. Die Charaktere sind insgesamt ziemlich stimmig und wir haben schon einige Kämpfe geschafft. Auch wenn unser SL etwas andere Ansichten als ich davon hat, was einen guten Kampf ausmacht, aber das ist ein anderes Thema.

2. 2015 hab ich FATE für mich entdeckt, weil es einfach das System ist, dass meine persönlichen Vorlieben nahezu perfekt abbildet. Ich gebe allerdings zu, dass diese Entdeckung nicht grade erst 2015 kam.

3. Welches war das Buch / der Film / der Comic, wo Du im letzten Jahr am meisten fürs Rollenspiel rausgezogen hast? Hmm. Schwierig. Ich habe grade mal meine OneNote-SAmmlung mit Ideen durchgesehen und kann da leider nur schwer erkennen, woher die Ideen kommen bzw. wann sie eingefügt sind. Ich denke aber, dass mir die meisten Ideen beim lesen der Harry Dresden-Reihe gekommen sind.

4. Welches war Dein meistgespieltes Rollenspiel in 2015? Pathfinder in unserer wöchentlichen Dienstags-Runde. Definitiv.

5. Ist Dir 2015 ein SC verstorben … oder alternativ: Welches war das dramatischste Nahtodereignis (im Rollenspiel) im letzten Jahr? Kein Charakter gestorben, bei Pathfinder war ich das eine oder andere Mal nah dran, aber so ganz nah an den Abgrund ist im letzten Jahr afaik niemand gekommen.

Bonusfrage: Ich würde mir wünschen, dass sich eine der nächsten Blog-O-Quest um Regelsysteme drehen würde, weil mich verschiedene Editionen und verschiedene Regeln seit Ewigkeiten sehr interessieren.

Spotlight an!

In unserer Spielrunde kriselt es zurzeit ein bisschen. Nicht, dass sich Spieler streiten oder ähnliches, aber ein bisschen Frust ist in diversen Gesprächen oder Mails schon zu spüren. Und das ohne, dass man dafür besonders empathisch sein müsste.
Ich möchte den ganzen Konflikt jetzt hier nicht breittreten (gehört hier auch nicht hin), aber da ich schon länger mal wieder bloggen wollte, habe ich ja nun endlich ein gutes Thema. Auch wenn das niemand in der Gruppe so ausgedrückt hat, habe ich das Gefühl, dass es im Kern um Spotlight bzw. Charakternischen geht.
Also möchte ich darüber ein paar Worte verlieren. Im Vorfeld habe ich mich natürlich mal in der deutschen Blogosphäre umgeschaut, was andere Blogs bereits darüber geschrieben haben und war sehr überrascht, dass ziemlich wenig geschrieben wurde. Genau genommen habe ich grade mal zwei Podcasts gefunden, die sich mit dem Thema auseinandersetzten, aber keine ganzen Artikel. Klar wurde das Thema diverse Male erwähnt, aber immer nur mal eben am Rande.
Die Podcasts findet ihr zum einen bei System Matters aus dem Jahr 2010 und die Antwort dazu bei PiHalbe kurze Zeit später.
Beide beleuchten das Thema aus etwas unterschiedlichen Richtungen und ich werde auch meinen Senf noch dazu geben.

Was zur Hölle ist Spotlight?
Spotlights kommen in erster Linie in Theatern vor. Dort wird das Licht so bezeichnet, dass auf einen Charakter zielt, der gerade im Mittelpunkt steht. Der Blick des Zuschauers wird so zum wichtigen Punkt (Spot) auf der Bühne gelenkt und jedem sollte klar sein, dass das, was gerade im Spotlight passiert hier das wichtigste ist.
Im Fernsehen gibt es dieses Spotlight in dieser Form nicht, aber natürlich stehen dort auch immer mal wieder einzelne Charaktere im Mittelpunkt, wobei dies eher dadurch deutlich gemacht wird, dass grade auch nur diese Personen gezeigt werden. Erscheint mir deutlich einfacher als im Theater, dabei aber gleichwohl wirkungsvoller.
Beim Rollenspiel wird das ein bisschen schwammiger, weil sowohl der Charakter, als auch der Spieler im Mittelpunkt stehen können. Meist überschneidet sich das aber so stark, dass eine Unterscheidung wenig Sinn macht.
Ich würde so weit gehen, dass Spotlight-Szenen die Szenen sind, die einem so sehr in Erinnerung bleiben, dass man sie am nächsten Tag noch begeistert erzählt. Das ist sicherlich übertrieben, trifft aber den richtigen Kern.

Warum sollte ich mir über Spotlight Gedanken machen?
Ich glaube, dass es wichtig ist, dass jeder Spieler seine Zeit bekommt, seine 15 Minuten Ruhm, seine Möglichkeit zu glänzen, zu zeigen, was sein Charakter kann oder wer sein Charakter ist. Viele Spielleiter machen das wahrscheinlich sehr intuitiv und normalerweise klappt das, aber manchmal sind ein paar Gedanken dazu im Vorfeld nützlich, um bestimmte Situationen am Abend vielleicht besser einzubauen oder die Geschichte vielleicht ein bisschen in eine bestimmte Richtung zu lenken.
Denn Spotlight-Szenen machen Spaß und das ist wahrscheinlich immer noch der Grund, warum sich die meisten Gruppen treffen. Spaß haben ist gefühlt in jedem Regelwerk als goldene Regel enthalten und da ist was dran.

Wie setze ich denn einen Spieler ins Spotlight?
Dazu hat der Achim vom PiCast einige kluge Gedanken in seiner Sendung gesagt, aber ich würde einen anderen Ansatz wühlen. Ich würde die viel zitierten Spielertypen von Robin D. Laws benutzen (eine kleine Übersetzung findet sich hier). Robin D. Laws hat sich mal Gedanken dazu gemacht, wie man allen Spielern am Tisch in einer Sitzung Spaß bereiten kann und teilt dafür die Spieler in sieben Spielertypen auf, die man jeweils auf andere Weise besonders gut belohnen kann.
Bei der vorhin genannten Übersetzung stehen zu jedem Spielertyp einige Sätze, sowie die (ziemlich überspitzt formulierte) Erwartung des jeweiligen Spielers an einen Abend. Damit kann man schon viel anfangen. Ich fasse die Spielertypen kurz zusammen, da sie essentiell erscheinen:
1. Der Powergamer hat Spaß am Optimieren seines Charakters und will dies natürlich auch unter Beweis stellen, beispielsweise bei Kämpfen.
2. Der Butt-Kicker liebt Kämpfe. Dabei kann er mal so richtig die Sau raus lassen. Dabei sind die Werte etwas weniger wichtig, sondern mehr der Kampf an sich.
3. Der Tactican liebt die strategische Planung. Früher hätte ich pauschal behauptet, dass jeder Tactican gerne Shadowrun spielt ?
4. Der Specialist mag einfach einen bestimmten Charaktertypen. Und spielt diesen Typen auch gerne in jedem beliebigen Rollenspiel.
5. Der Method Actor möchte die Spielwelt vor allem aus der Sicht seines Charakters erleben. Regeln werden noch unwichtiger, der eigene Plot hingegen gewinnt an Wert.
6. Der Storyteller liebt Geschichten. Bei ihm sollte der Plot vor allem schlüssig sein. Regeln verkommen zur Bedeutungslosigkeit.
7. Der Casual Gamer ist einfach dabei, weil seine Freunde spielen. Er würde auch mit den anderen ins Kino gehen, aber heute ist nun einmal Rollenspielabend.
Natürlich sind die wenigstens Spieler (ich kenne keine fünf) wirklich ein Typ in Reinform. Jeder besteht eher aus einer Mischung aus den Typen und ich meiner Meinung nach schwankt das auch von Zeit zu Zeit. Trotzdem kann man viele Spieler mit zwei oder drei dieser Typen schon ganz gut einsortieren.
Das Einsortieren ist auch nicht schlecht oder abwertend gemeint, es ist eher eine Vereinfachung, die dem Spielleiter das Leben etwas leichter macht.
Ich gebe mal ein Beispiel. Ein guter Freund spielt seit einigen Jahren schon in diversen Runden mit mir. Mittlerweile kann ich ihn gut einschätzen und behaupte, dass er stark in die Richtung Powergamer und etwas weniger stark noch in die Richtung Storyteller tendiert. Die anderen Typen haben bei ihm auch mal so ihre Momente, aber ich denke, dass die beiden wichtigsten schon der Powergamer und der Storyteller sind.
Wenn ich spielleite, kann ich mir nun vorher Gedanken machen, ob ich an dem Abend eine Szene einbauen kann, in der dieser Spieler vermutlich sehr viel Spaß hat. Dies könnte ein Kampf sein, in dem er seine optimierten Kampfwerte zur Schau stellen kann, dies könnte aber auch eine Geschichte sein, an der er stark mitarbeiten kann. Das mache ich normalerweise eher selten, da ich oft keine Szenen für einen Abend vorbereite, aber ich versuche an dem Abend die Geschichte trotzdem so zu lenken, dass für jeden Spieler mindestens eine Situation dabei ist, in der er glänzen kann.

Woher weiß ich denn, was ein Spieler will, bzw. welche Typen in ihm besonders stark sind?
Zum einen kenne ich den Spieler nun schon eine ganze Weile, zum anderen kann ich einiges vom Charakterbogen ablesen. Meine bevorzugte Variante ist natürlich das Kennen des Spielers und oft hat man ein gutes Gefühl, in welche Ecke man einen Spieler stecken kann, ohne ihm damit Unrecht zu tun. Andererseits gibt es Spieler, mit denen man noch nicht so oft gespielt hat bzw. die man nicht so gut einschätzen kann. Da wäre ein anderer Weg, sich einmal den Charakterbogen näher anzusehen: Oft geben die Werte, die ein Spieler besonders gut ausgeprägt hat, einen starken Hinweis darauf, was der Spieler in diesem Spiel erwartet. Wenn ich beispielsweise jemanden habe, dessen Kampffertigkeiten eigentlich nicht vorhanden sind, der aber vor allem solche Fähigkeiten wie Nachforschungen, Heimlichkeit und Verhör hat, kann ich davon ausgehen, dass diesem Spieler weniger an vielen Kämpfen liegt, sondern mehr an detektivisch geprägten Abenteuern.
Das ist natürlich nur Hinweise und kein festgelegtes Schema, welches immer funktioniert. Aber es ist besser als nichts. Bei System Matters wurde der folgende Satz zitiert, den ich ganz großartig finde: „Das Charakterblatt ist der Liebesbrief des Spielers an den Spielleiter“ Großartig formuliert, da steckt eine Menge Wahrheit drin.

Ist das alles so einfach?
Nein. Leider nicht. Denn Spielspaß hängt sicherlich auch von anderen Aspekten ab, aber das Konzept der Spielertypen kann eine gute Stellschraube sein, mit der man mit wenig Aufwand viel erreichen kann. Und das ist auch lange nicht alles, wie man Spotlight vergeben kann. PiCast hat dazu einiges gesagt (steht auch in den Shownotes der oben genannten Folge) und ich möchte da einen Aspekt heraus greifen: Die Nische!

Nischen? Was soll das schon wieder sein?
Achim meint, dass Nischen eine verhältnismäßig schwache Form des Spotlights sind, ich persönlich halte Nischen für einigermaßen wichtig. Je nach Runde sind Nischen für Charaktere wichtiger. Ich glaube, dass Nischen Momente sind, in denen ein Charakter besonders glänzen kann und somit sich ein bisschen Spotlight sichern kann.

Unser Problem
Das Problem, dass bei uns gerade auftritt, ist, dass Nischen, die ein Spieler sich für seinen Charakter ausgesucht hat, im Endeffekt leider keine Nische mehr ist. In dem besonderen Fall sind das Kämpfe. Eigentlich wollte er quasi DER Kämpfer der Gruppe sein, aber leider sind einige andere Charaktere so gebaut, dass man bei ihnen kampftechnisch nicht mehr allzu viel optimieren kann und sie quasi mit in seine Nische springen. Und nun tritt nachvollziehbarerweise Frust auf. Ich denke, dass kann jeder nachvollziehen. Das da solche Sprüche wie „In dem System kann nun mal jeder kümpfen“ oder „Kampf ist die Essenz dieses Spiels“ nicht wahnsinnig hilfreich sind, steht da auf einem anderen Blatt. Nun ja, die Lösung, dass die anderen sich absichtlich in Kämpfen zurück halten ist sicherlich keine Lösung, aber nun ist es nun einmal so, dass die anderen nun mal auch sehr kampflastig gebaut sind. Der Drops ist also gelutscht. Was könnte da eine Lösung sein? Entweder man sucht sich andere Nischen oder das Abenteuer wird halt etwas kampflastiger. Ich persönlich tendiere ja zu zweiter Variante, da die anderen durch ihre Charaktere ja gezeigt haben, dass sie kämpfen wollen. Ist jetzt für mich etwas blöd, weil ich meinen Charakter absichtlich nicht so kampfstark gebaut habe, aber ich könnte trotzdem gut damit leben. Ich habe da nicht die riesigen Probleme mit, wenn mein Charakter ne Zeitlang nicht viel reißen kann, aber das ist nicht jedermanns Sache.
Ich bin sehr gespannt, wie sich das Ganze bei uns weiter entwickelt. Vielleicht könnte man ja bei zukünftigen Abenteuern mehr darauf achten, dass jeder seine Nischen hat und man ihm diese vielleicht lässt. Schon komisch, dass solche „Probleme“ auch noch in solchen langjährigen Runden auftreten.

Fazit
Versucht als Spielleiter jedem Spieler seine „15 Minuten Ruhm“ zu geben. Eine gute Möglichkeit sind die Spielertypen, aber es ist nicht die einzige. Versucht die Charakterbögen der anderen mal unter dem Gesichtspunkt der Nischen zu betrachten und schaut, ob ihr da nicht vielleicht Hinweise seht, was sich eine Gruppe wünscht.
Und betrachtet solche Tipps nur als Ideen. Man kommt auch ohne diesen ganzen theoretischen Kram aus.

Challenge completed

Tja, 30 Beiträge weiter. Endlich mal wieder etwas geschrieben, auch einige andere Sachen, wenn man mal im Schreiben drin ist. Einige Fragen waren nett, einige ziemlich langweilig.
Insgesamt mache ich sowas aber gerne und evtl. mache ich die Tage noch die Challenge von Elfs Mais & Octopi. Da sind etwas andere Fragen und auch teilweise recht nette…
Ich verlinke mal – wie Teylen – unten die Startposts in einigen anderen Blogs, damit ihr noch mehr lesen könnt, denn einige haben auf die eine oder andere Frage recht interessante Antworten. Leider habe ich auch nicht mehr Blogs aufgetrieben, die noch mitgemacht haben, daher ist das, was jetzt kommt, eigentlich Content von Teylen!

Bass-Blogger
Clawdeen spielt
Daygarblog
Doctore Domanis Archive
Felis – Das Katzen RPG
Greifenklaue
Read The Damn Book (englisch)
storiesandcharacters
Teylen’s Rpg Corner

#31tagequest tag 31

wer war der / die beste spielleiterinn, bei der du spielen durftest und warum?
ich wollte schon etwas darüber schreiben, dass ich bei ganz vielen schon einzelne sachen toll fand, aber in dem moment fiel mir ein, dass ich doch jemanden wirklich hervorheben kann.
auf einem der ersten wölkchen-cons habe ich mal unter einem sl gespielt, der wirklich super war. ich versuche mal aufzuzählen, was an ihm so gut war:
– die vorbereitung. wir haben nahezu perfekte charaktere bekommen. auf jedem charakterblatt standen die wichtigsten werte, der hintergrund (und zwar so, dass man damit rollenspieltechnisch etwas anfangen konnte), die kurzregeln und rollenspielhinweise.
– die schauspielerischen talente. ich weiß, dass man beim rollenspiel im endeffekt nicht beim theater ist, aber das, was der sl an dem abend hingelegt hat, könnte auch in einem laientheater vorgeführt werden. ich erinnere mich bis heute an seine stimme und seinen gesichtsausdruck, als er einen brückentroll verkörperte. und ich habe in der nacht von brückentrollen geträumt. das war absolute spitze.
– die ausgedachte geschichte. das ganze war eine wikinger-geschichte, die sehr mit der mythologie verknüpft war. alles notwendige dazu stand auf den charakterbögen und der ganze rest wurde so nebenbei erklärt, dass keine fragen aufkamen. die story hatte für alle spieler spotlight und genügend herausforderungen, dass wirklich jeder zum zuge kam.

leider habe ich den sl nicht wieder getroffen, noch weiß ich wer das war, aber ich nehme mir vor, mal ein bißchen was von ihm abzuschauen, denn das kann dem eigenen spiel nur helfen…