dungeonslayers

dungeonslayersletzten dienstag war es mal wieder so weit, dass unser wöchentlicher rollenspielabend beinahe ausgefallen wäre. ein spieler stress auf der arbeit, ein spieler im urlaub, ein spieler bei einer fortbildung. zum glück hat sich der rest aber doch zusammen gefunden und so haben wir dann mal mit drei spielern und einem spielleiter dungeonslayers ausprobiert.

dungeonslayers ist ein freies rollenspiel im netz. wenn ich rechts das bild anklickt, landet ihr auf der internetseite. es ist ein bewusst einfach gehaltenes rollenspiel, dass ein old-school gefühl vermitteln soll.

die charaktererschaffung war für alle spieler, trotz eines magier-charakters in der gruppe in zehn minuten abgeschlossen. das dürfte selbst für uns neuer rekord sein.

gespielt werden sollte das einstiegsabenteuer aus dem regelwerk, h. war spielleiter und um es erst mal kurz zu sagen: der abend war ein gelungener einstieg!

die regeln: naja, ihr könnt ja mal selbst in das regelwerk schauen, die regeln kann man in fünf minuten durchlesen und verstehen. sie sind mehr als nur übersichtlich. das klingt zwar erst einmal zu simpel, um damit wirklich dungeonabenteuer zu bestreiten, geht aber in wirklichkeit ganz gut. macht sogar eigentlich spaß, mit einem so einfachen system durch dungeons zu gehen. das system braucht nur einen 20seitigen würfel zum spielen und ist daher gut als bier-und-bretzel rollenspiel geeignet.

die charaktere: okay. es gibt drei rassen (menschen, elfen, zwerge) und drei klassen (krieger, späher und magier), wobei der magier noch mal in drei unterklassen getrennt wird (heiler, schwarzmagier und magier). spieler, die sich komplett über charakterklassen definieren, werden es da wohl sicherlich schwer haben. aber als etwas erfahrener spieler, kann man natürlich auch da unheimlich viele charaktere über die beschreibung erschaffen. vielleicht schränken viele klassen sogar die freiheit ein (mit dem gedannken werde ich mich wohl mal demnächst befassen). also kleine klassen- und rassenauswahl, aber charaktere sind trotzdem mit vielen unterschiedlichen facetten möglich. in unserer gruppe gab es einen krieger, einen späher und einen schwarzmagier (zitat: heiler sind langweilig, die brauchen wir nicht :-).

das abenteuer: was erwartet man von einem einstiegsabenteuer? ich erwarte mindestens einen kampf, einen kleinen einblick in die regeln (fertigkeiten, stufen steigern, etc.) und ein erschnuppern der stimmung oder athmosphäre des rollenspiels. dungeonslayers hat alle punkte zu meiner zufriedenheit erfüllt. kämpfe gab es mehrere, die eine oder andere probe haben wir auch gewürfelt und stufen durften wir auch schon steigern. die stimmung war gut und da das abenteuer ein klassischer dungeoncrawl war, konnte man in das konzept von dungeonslayer einen tiefen einblick gewinnen.

tauglichkeit: ich unterschiede das mal nach unterschiedlichen situationen und spielern.

  • one-shots: ich glaube, dafür ist das system gemacht. absolut perfekt geeignet, danke der simplen, aber ausgewogenen spielmechanik. dafür werde ich das auch noch des öfteren nutzen. die kompletten regeln passen auf 14 seiten und damit hat das spiel einen  festen platz in meinem rollenspielhefter.
  • kampagnen: naja. dürfte sicherlich auch gehen, finde ich aber sehr schwierig, weil kampagnen einfach andere schwerpunkte setzen. außerdem denke ich, dass man für eine längere kampagne ruhig mal ein paar minuten (oder stunden) investieren kann, um umfangreichere regeln zu lesen. zweiter kritikpunkt ist der zu erwartende hohe zeitaufwand für spielleiter. für mich als sl ists einfacher, einer vorgefertigte welt zu haben und in dieser zu spielen. wenn ich schon eine eigene welt entwerfen will, dann suche ich mir das regelsystem, dass zu meiner welt am besten passt und da ich selbst schon einige rollenspiele kenne, wir mir da fast immer ein anderes regelsystem einfallen, dass besser passt. aber ich denke, da wird es auch andere meinungen geben.
  • cons: schwierig einzuschätzen. dürfte wahrscheinlich ganz gut funktionieren. ist aber sicherlich schwieriger als ein weiter verbreitetes system, bei dem viele andere die regeln und die welt kennen. (ich finde es schwierig, eine für die spieler unbekannte welt, diesen nahe zu bringen. ich kann da nur schwer das rüberbringen, was für mich den reiz an der welt ausmacht)
  • regelfestischisten: hey, das ist kein spiel für euch. ohne charakterschaffung und zaubertabellen sind das vielleicht zehn seiten regeln. da kommen keine regeldiskussionen auf und maxen ist auch nicht so das wahre.
  • storyteller: ich könnte mir das spiel für uns schon vorstellen. ist aber auch nicht ganz  so einfach. das system bietet zwar viel freiraum, aber es ist doch irgendwie anders fokussiert.
  • old-school-gamer: dafür soll das spiel gedacht sein und das ist sicherlich gelungen. der trend, der daim moment herrscht, wird hier gut abgebildet. einfache regeln und klassische abenteuer. genau das geht hier mit.
  • indie-gamer: das spiel ist von fans entworfen und frei im netz verfügbar. mehr wollt ihr doch nicht, oder?

fazit: bei uns wirds wahrscheinlich ein one-shot-spiel bleiben, auch wenn das sicherlich nicht der letzte one-shot war. es macht spaß!